Veränderungen
Veränderungen
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Manchmal drängt einen das Leben geradezu machvoll hin zu einer Veränderung. Dann hast du die Wahl: entweder du erkennst sie rechtzeitig und lässt zu, dass sie Neugierde, Abenteuerlust oder ein inneres Wissen in dir weckt, dass diese Veränderung genau das ist, was du jetzt willst. Oder sogenannte „Schicksalsschläge“ prasseln auf dich ein, so dass du gar keine Wahl mehr hast, als dich den veränderten Umständen anzupassen.
Was bedeuten Veränderungen für den Menschen auf geistiger Ebene? Ich habe mich dieser Frage zunächst mit Gedanken über die Zeit und das Schicksal genähert:
Zeit ist nicht linear. Wir haben gelernt, Ereignisse so zu betrachten wie Lieder auf einer dieser altmodischen Musik Kassetten: wenn man ein bereits verklungenes Lied hören will muss man das ganze Band zurückspulen, um es wieder an zu hören. Doch Zeit funktioniert nicht so. Die Ereignisse in der Zeit sind vielmehr wie auf einer CD angeordnet. Man kann zu jedem beliebigem Zeitpunkt hinspringen ohne die „Reihenfolge“ einzuhalten, in der die Ereignisse geschehen sind, wenn man in die Vergangenheit geht. Mehr zum Thema Zeit habe ich und die Co-Kreierende im Blog vom 31. August 2010 geschrieben.
Aus diesem Bild von der Zeit folgt auch, dass es das eine Schicksal nicht gibt. Es gibt nur die Schicksale. Denn davon gibt eine eine unbegrenzte Menge, je nachdem, für welchen Zeitpunkt man sich entscheidet, wendet sich das Leben in die Richtung eines anderen Schicksals. Denn so wie du zu den Zeitpunkten in der Vergangenheit hinspringen kannst ohne eine bestimmte Abfolge von Geschehen dabei einzuhalten kannst du auch zu jedem Geschehnis in der Zukunft gelangen. (Mehr zum Thema Schicksal im Blog vom 10. Oktober 2010)
Diese Zeitpunkte oder timelines sind das Potential, dass sich Jeder für eine Erderfahrung angelegt hat. Davon gibt es manchmal unendlich viele, manchmal auch nur sehr wenige. Im letzteren Fall will man eine ganz bestimmt Situation herstellen, um daraus etwas über das Selbst zu erfahren, und danach wieder den Zustand wechseln. So kommt es auch zum frühen Versterben oder einem langen, aber vollkommen gleichförmigem Leben. Denn die lineare Zeit ist relativ, weder lang noch kurz, sie ist eben genau dafür da, dieses Erleben zu ermöglichen.
Jede Veränderung ist der Umstieg auf eine neue timeline. Diese dient immer der Weiterentwicklung. Selbst wenn es so aussieht, als würde es „noch schlimmer“ werden, ist es eine Weiterentwicklung. Es kommt lediglich darauf an, ob man sich - geistig betrachtet - auf dem Weg der Involution oder der Evolution befindet. Im ersteren Fall geht es immer weiter in die Dualität, die Wertung, in das Vergessen, die Ablehnung der Realität und den Schlaf - und das fühlt sich schwer an. Jede Änderung der Lebensumstände führt hier tiefer in die Trennung hinein und wird als schmerzhaft gefühlt, ist in der Tiefe aber ein Weiterkommen auf dem vorgenommenen Weg.
Befindet man sich auf dem Weg zurück zur Einheit, also der Evolution, wird jede Veränderung als beglückend erlebt, denn es geht hinaus aus der Polarität von gut und böse hin zur Liebe und dem Licht - und das fühlt sich leicht an.
Keine Veränderungen bedeuten keine Entwicklung. Der Traum wiederholt sich sozusagen ständig. Er wird als „normal“ erlebt. Eine Änderung würde Unsicherheit bedeuten, was es zu vermeiden gilt - sagt das EGO, denn der Mensch unterliegt einer verdrehten Wahrnehmung. Er kann nicht erkennen, dass die Veränderungen sein Lebens-Sinn ist. Wenn du die Wahl hat, etwas zu ändern, und dieses Angebot nicht annimmst, hast du ein Potential nicht verwirklicht, dass du dir auf tieferer Ebene angelegt hat, um dein Selbst zu erweitern - und dein Karma aufzulösen. Dann bist du unzufrieden und deprimiert und versuchst, diesen Frust mit körpereigenen oder künstlichen Substanzen zu überlagern: Emotionen/Halluzinationen entstehen, damit du dich fühlst, damit du irgendeinen Sinn für dein Leben erkennen kannst; wieder so eine verdrehte Wahrnehmung des EGO. Wer das volle Leben fühlt, braucht keine Emotionen. Sie sind der - schlechte - Ersatz für das überwältigende Gefühl des wahrhaften LEBENS, also der wahrhaften LIEBE. Man kann es auch so ausdrücken: der körperliche Orgasmus soll den kosmischen Orgasmus ersetzten.
Das Potential in Form von timelines stellt die parallelen Welten da: du kannst zu jeder Zeit entscheiden, in eine andere, von dir angelegte Realität zu wechseln. Dazu benötigst du keine - lineare - Zeit. Es ist eine Entscheidung im JETZT. Wenn du denkst, du bist ein Genie, dann gibt es dieses Potential für dich. Wenn du dann eine Stimme hörst, die sagt: „so ein Blödsinn, was hast du schon in deinem Leben getan, was genial wäre“ dann hörst du die Stimme des veränderten EGOs, das nur die lineare Zeit und ein Schicksal kennt, nämlich das, mit dem es sich in der Vergangenheit identifiziert (besser: infiziert) hat. Nur das, was es für möglich hält aus dem Glaubenssystem, in das es hineingeboren wurde oder in das es sich hineingelebt hat, existiert scheinbar. Und das führt unweigerlich in den Tod, denn so ist die irdische Zeit linear und eine Aneinanderreihung von Jetzt-Zeitpunkten, die mit der Geburt anfangen und dem Sterben enden. Die universelle Zeit hingegen ist immer im Jetzt, und dass ist das, was alles Potential enthält.
In der wahrhaften Liebe zu sein und in der Einheit zu leben heisst die irdische Zeit als das, was sie ist, zu erkennen: ein selbst erschaffenes Mittel zum Zweck, welches darüber hinaus keine weitere Relevanz (Realität) besitzt. Diese quasi eigenständige und losgelöste Realität ist allerdings durch das Gesellschaftsbewusstsein so manifestiert worden, dass sie wie zementiert erscheint. Aber auch der dickste Zement kann mit der Kraft des göttlichen - universellen - SEINS durchbrochen werden.
Wer die Veränderung nutzt und auf die timeline der Liebe umsteigt, nutzt sein Potential zum Einssein mit Allem, was IST, und damit zum ewigen Leben in der universellen Zeit - auf Erden.
JUST LOVE LIFE!
Andrea Bahlsen